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Foto hochladen fertig - aber darf man das einfach?

Scrollt man sich derzeit durch Facebook, sieht man zahlreiche Fotos aus vergangener Zeit. Doch diese Aktion kann böse Folgen haben...

Bloomua Shutterstock
Bloomua Shutterstock, by rpr1admin

Bild: bloomua / shutterstock

 

Urheberrecht bei Social Media

„Ich nominiere… „ - Neue Facebook-Aktion
birgt ungeahnte Gefahren

Scrollt man sich derzeit durch die Timeline bei Facebook, sieht man zahlreiche Fotos aus längst vergangener Zeit und immer wieder heißt es: „Poste an 5 Tagen 5 Fotos, die älter sind als 15 Jahre!“ Dieser Aufforderrung folgen natürlich wieder zehntausende User und mit jedem Bild nominiert man natürlich einen Freund, der dieser Facebook-Aktion beiwohnen soll, klar!

So entsteht nach der "Ice Bucket Challenge" mal wieder eine Art Schneeballsystem, mit dem bestensfalls Menschen rund um den Globus erreicht werden und möglichst viel Privates preisgeben.

Vorsicht, es kann richtig teuer werden!

Doch welche ungeahnten Folgen diese harmlos scheinende Foto-Aktion haben kann, ist vielen wohl nicht bewusst. Hier haben wir ein paar Informationen zum Thema Urheberrecht im Bereich Social Media, die man unbedingt berücksichtigen sollte!

Facebook
Facebook, by rpr1admin

Bild: Symbolbild / privat

Facebook hat eine größere Reichweite als man denkt!

Fotos bei Facebook zu posten, kommt einer kommerziellen Veröffentlichung gleich. Zwar ist eine Privatkopie zur Verbreitung im Familien und Freundeskreis weitgehend gestattet, doch kann die Grenze im Social Media Bereich zwischen privat und öffentlich schnell verschwimmen. Denn selbst wenn man bei den Einstellungen angegeben hat, dass nur Freunde gepostete Inhalte einsehen können, ist noch lange nicht gewährleistet, dass sich besagtes Bild oder Video nicht weiter verbreitet.

Geht man davon aus, dass ein Facebook User im Durchschnitt 100 Freunde in seiner Liste hat (und meistens sind es bei weitem mehr), könnte ein Posting durch den „Teilen“ Button theoretisch auch schnell 10.000 Menschen erreichen.

Der Anwalt für Medienrecht, Christian Solmecke erklärt:

"Wer Bilder bei Facebook hoch lädt, muss immer die Urheberrechte des Fotografen und das Recht am eigenen Bild der abgebildeten Personen beachten." Besitz man diese Rechte also nicht, darf man das Bild auch nicht veröffentlichen!

Jan Böhmermann kostete sein Fehler 1000 €

Ein Beispiel hierfür hat sich Anfang des Jahres zugetragen. Moderator Jan Böhmermann sorgte für Furore, als er auf Twitter ein 20 Jahre altes Bild postete, das einen Neonazi zeigt, dessen Hand zum Hitlergruß gehoben ist. Er teilte den Inhalt mit seinen damals 80.000 Follower - ohne Nennung des Fotografens, geschweigenden einer Zustimmung desselben.

Die Folge: Böhmermann musste knapp 1000 Euro bezahlen. Für einen „Großverdiener“ wie ihn wahrscheinlich nicht die Welt, aber für die meisten Privatpersonen dürfte ein solcher Betrag ein größeres Loch ins Portemonnaie reißen.   

Selbst "Vorschaubilder" sind streng genommen Urheberrechtsverletzungen!

Aber nicht nur bei Fotos, Videos oder Tonaufnahmen muss auf Lizenzrechte geachtet werden. Auch Texte sind geistiges Eigentum und sind durch das Urheberrecht geschützt. Das Verlinken von fremden Inhalten auf der eigenen Seite ist dafür in der Regel kein Problem (Ausgenommen: Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung, Kinderpornografie).

Dennoch befindet man sich auch hier in einer Grauzone. Denn teilt man zum Beispiel einen Youtube Clip oder einen Artikel, erscheint ein kleines Vorschaubild und genau hier gibt's wieder ein Problem. Es ist zwar rechtlich noch nicht eindeutig geklärt, wie in diesen Fällen verfahren wird, denn prinzipiell wird der User durch Klicken des Inhaltes ja auf die Seite mit den entsprechenden Rechten weitergeleitet, doch ist es gerade bei Youtube oft der Fall, dass externe Unternehmen spezifische Verträge mit der Onlineplattform haben, die eine veröffentlich von Bild und Ton durch Dritte ausschließt. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann das Vorschaubild einfach oben rechts entfernen.  

Aber nicht nur bei Inhalten, die man im Internet findet lauern Gefahren, auch die Partybilder mit der besten Freundin dürfen prinzipiell nur dann öffentlich geteilt werden, wenn sie das Einverständnis dafür gegeben hat. Außerdem sollte man sich auch vor jedem Posting überlegen, ob das Foto eventuell eine negative Auswirkung für die darauf abgebildeten Personen haben könnte.

Der WDR hat in „Servicezeit“ einen interessanten Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht. >>Hier geht´s zum Video<<

Soziale Medien und das Urheberrecht / Servicezeit / WDR Veröffentlicht am 13.03.2015

 

 

Bei der Facebook „5Tage/5Bilder“- Aktion liegen die Rechte der Familienfotos meistens bei einem selbst oder zumindest bei einem Familienmitglied. Dennoch sollte man stets darauf achten, was man wo, mit wem, im Internet teilt. Im Zweifelsfall lieber einmal mehr darauf verzichten, das lustige Bild aus der Google-Suche zu posten, als eine Abmahnung mit Strafzahlung in Kauf zu nehmen!

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