12 Jahre ohne Dusche!

David Whitlock ist 60 Jahre alt. Seit er 48 Jahre alt ist, hat er nicht geduscht!

Dschen Fb Shutterstock Klein
Dschen Fb Shutterstock Klein, by rpr1admin

Bild: shutterstock.com


Ist Duschen out?

Her mit dem Dreck!

Dass wir es in unseren Breitengraden mit der Körperhygiene häufig bis ins Unermessliche übertreiben, ist nun wirklich kein Geheimnis.
Für jede nur erdenkliche Körperstelle, von Kopf bis Fuß , gibt es ein Wässerchen, Schäumchen und spezielles Pflegeprodukt.

Und eine Wahsninns-Industrie, die damit einen Haufen Kohle macht. Dass das nur bedingt gesund ist, wissen Dermatologen schon lange.

Duschen wird überbewertet

Und einer tritt ihn jetzt an, den Beweis, dass wir Shampoos und Co. vielleicht gar nicht brauchen. David Whitlock ist 60 Jahre alt. 48 Jahre davon hat er nicht geduscht! Bäh!!!

Oder doch nicht? Was sich wie ein Albtraum für alle Mitmenschen anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als höchst interessant.

Journalistinnen, die den Chemiker des renommierten „Massachusetts Institute of Technology“ getroffen haben, und das waren in der letzten Zeit nicht wenige, sind sich einig: 

"Seine Haut sieht großartig aus, und er riecht hervorragend"

Wollen wir das nicht alle? Nur, wie hat der findige Wissenschaftler das angestellt? So ganz ohne Pflegeprodukte? Whitlock vermutet womöglich zurecht, dass das Waschen längst zu einer übermäßigen Reinigung geworden ist, die die Haut ihrer gesunden Bakterien beraubt. Wir sind zu wenig draussen, zu wenig im „Schmutz“ unterwegs und nehmen unserer Haut damit etwas, was sie braucht, um gesund und schön zu bleiben. Um seine nicht ganz abwegige Theorie zu beweisen, gründete er die Firma AOBiome.

Dreck zum Sprühen!

Die Firma will jetzt die Körperpflege revolutionieren.  Und zwar mit einem Spray mit dem schönen Namen „Mother Dirt“. Diese Spray enthält  Bakterien, die auch in der Erde vorkommen und offenbar den Schweißgeruch neutralisieren. Aber das ist noch nicht alles, denn wer sich mit dem „Dreck“ besprüht, macht seine angeblich Haut gesünder und streichelzart.
Auf die mittlerweile offenbar schon sehr gewinnbringende Idee ist er gekommen, als er Pferde dabei beobachtete, wie sie sich zur Fellpflege im Dreck suhlten.

Wasser tut's auch!

Glaubt man dem Erfinder, kann man Shampoo, Duschgel und Seife getrost verzichten, wenn man sich  ein bis zweimal am Tag mit dem „Mutter Dreck“ besprüht.  
Zugegeben, so ganz unschlüssig ist das nicht. Und wir übertreiben es mit der Wascherei, keine Frage. Aber bevor man sich mit einem, mit 44 Euro nicht ganz billigem, Dreck aus Flaschen besprüht, könnte man auch einfach mal nur mit Wasser duschen. Ohne Tenside in irgendeiner Form.
Denn das ist wohl das Beste, was man für seine Haut tun kann.

Dr. Ernst Tabori ist der Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene an der Uni-Klinik in Freiburg.

Er findet dazu ganz klare Worte: „Sauber wird man auch mit Wasser. Je weniger man an die Haut lässt, desto weniger wird sie in ihrer natürlichen Funktion gestört. Und Finger weg von starken Düften und bunten Farben"

Einen Versuch ist es wert.

Weitere Themen

Mehr von RPR1.