
Der Juni 2012 stand ganz im Zeichen des Fußballs. Die ganze Fußballwelt blickte mit Spannung nach Polen und in die Ukraine.
In insgesamt acht Stadien, in jedem Land vier, haben die Fußballteams um den Titel des Europameisters gekämpft. Gewonnen hat am 1. Juli Titelverteidiger Spanien in Kiew.
Wir haben uns mal umgeschaut, was die Austragungsorte außer den Stadien noch so zu bieten haben!
Hier stehen Wolkenkratzer und UNESCO Weltkulturerbe friedlich nebeneinander und laden zu einer geschichtlichen Entdeckungstour ein. Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten sind wohl der Marktplatz und der Schlossplatz, welcher Vorplatz des Königsschlosses ist. Generell beherbergt die Stadt viele Paläste und Parks: Den besten Blick über Polens Hauptstadt bietet der Kultur- und Wissenschaftspalast, der mit die höchste Turmuhr der Welt beherbergt, deren Zeiger ganze sechs Meter lang sind. Ein geschichtliches Muss ist ein Besuch des Warschauer Ghettos: Das von den Nazis im zweiten Weltkrieg errichtete Sammellager für über 350000 Juden lässt noch immer Gänsehaut aufkommen.
Drei Vorrundenspiele der EM fanden in Polens Westen statt: In Posen. Mit rund 551.200 Einwohnern ist Posen vergleichbar mit Bremen, darunter sind über 100.000 Studenten. Doch nicht nur die große Universität ist charakteristisch für eine der ältesten Städte Polens, auch der historische Marktplatz, die Dominsel und das bunte Nachtleben sprechen für einen Besuch in Posen. Für Touristen bietet die Touristeninformation ein vielseitiges Programm an, um die Stadt auf eigener Faust zu entdecken: Von Themenrouten bis zu Museum-Hopping und der Citycard mit vielen Vorteilen vor allem bei öffentlichen Verkehrsmitteln und Museen ist dabei auch für nicht-Fußballfans einiges dabei.
Ehemals eine der bedeutendsten preußischen Städte, dann von den brutalen Geschehnissen des zweiten Weltkriegs nahezu völlig zerstört worden, heute wieder in der Blütezeit – Wroclaw hat wirklich eine Geschichte zu erzählen. Doch auch ohne geschichtliche Hintergrundkenntnisse empfiehlt sich ein Besuch der Stadt an der Oder auf jeden Fall: Wegen den vielen kleinen Inseln und den dazugehörigen Brücken wird Wroclaw auch als „Venedig Polens“ bezeichnet, die Jahrhunderthalle ist seit 2006 Weltkulturerbe und über 90 putzige Zwerge namens „Krasnale“ haben sich in der gesamten Stadt versteckt – eine Attraktion, die nicht nur Kinder begeistert.
Die Hansestadt Danzig besticht mit ihren historischen Bauten. Das bekannteste Wahrzeichen Danzigs ist das typische Krantor – ein mit doppelter Kranfunktion versehenes Stadttor aus Holz und Backstein. Der Königsweg, der an vielen Sehenswürdigkeiten wie dem Hohen und dem goldenen Tor und natürlich an den historischen Bürgerhäusern vorbeiführt lohnt sich bestens, um Danzig kennen zu lernen. Auch ein Besuch der Marienkirche ist empfehlenswert, sie ist nicht nur die größte Kirche Polens, sondern auch die größte Backsteinkirche der Welt, in der 25.000 Personen Platz finden.
Die Hauptstadt der Ukraine wird wegen ihrer vielen Kirchen und Klöster auch „Jerusalem des Ostens“ genannt. Seit Ernennung der unabhängigen Ukraine im Jahr 1991 wurden viele während des Stalinismus zerstörten Gebäude wieder aufgebaut und der Tourismus mehr gefördert. Doch Kiew bietet nicht nur religiöse Sehenswürdigkeiten, wo besonders das Höhlenkloster heraussticht: Auch der barocke Marienpalast, das Mutter-Heimat-Denkmal sowie die Oper zählen auf jeden Fall zu den Must-See der Metropole! Das Finale der Europameisterschaft fand hier statt – am 1. Juli im Olympiastadion.
Im Osten der Ukraine liegt die rund 985.000 Einwohner starke Stadt Donesz. Die Stadt lebt hauptsächlich von ihrer Metallindustrie und den Kohlevorkommen, die teilweise direkt unter den Häusern liegen. Mit dem deutschen Pendant verbindet die Stadt eine enge Freundschaft. Donezk ist auch eine Universitätssstadt, hauptsächlich mit technischen Fakultäten. Am besten erkundet man die Stadt zu Fuß, die Zar-Kanone, das John-Juz-Denkmal und vor allem der Park der geschmiedeten Figuren sollte man sich nicht entgehen lassen.
Anders als die meisten Städte in Polen und der Ukraine wurde Lemberg vom zweiten Weltkrieg nahezu verschont. Wegen der Verschmelzung von architektonischen und künstlerischen Traditionen Osteuropas mit denen von Italien und Deutschland wurde die historische Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt und weist viele sehenswerte Gotteshäuser, Museen und Parks auf. Weil der Sohn des Stadtgründers „Lev“, übersetzt Löwe, hieß, stehen in der Partnersstadt vom badischen Freiburg über 500 Löwen aus Stein.
Hier wird ausgebildet, und das nicht zu knapp: Charkiv ist mit über 40 Universitäten bedeutendstes Wissenschaftszentrum des Landes. Und wo Studenten sind, dürfen Clubs, Cafés und Kneipen natürlich nicht fehlen. Ein Muss ist auf jeden Fall der Besuch der wunderhübschen Mariä-Verkündigungs-Kathedrale. Am besten nimmt man sich die Zeit, Charkiw auf eigene Faust zu entdecken, denn die vielen Denkmäler, Parks und Gebäude sind in fußweite gut erreichbar.
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